EvangelischeEv. Kirche in Ennepetal, Gevelsberg, Haßlinghausen, und Schwelm

Das größte Geschenk

Ein Weihnachtsgruß unseres Superintendenten Andreas Schulte

Superintendent Andreas Schulte wünscht ein gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Start ins neue Jahr 2026

Mit dem Team des Kindergartens in meinem Pfarrbezirk plane ich einen Weihnachtsgottesdienst. Wir werden in der Kirche ein schön verpacktes, nicht zu übersehendes, ziemlich großes Geschenk auf die Stufen vor den Altar legen. Das wird sicherlich die Kinder, aber auch die Erwachsenen neugierig darauf machen, was wohl in dem Geschenk ist. Im Laufe des Gottesdienstes soll dann das Geschenk ganz langsam geöffnet werden. Ganz langsam. Damit die Spannung steigt.

  

Spannend war für uns aber auch schon die Vorbereitung dieses Gottesdienstes. Er steht unter dem Motto: „Das größte Geschenk“. Was ist oder war für mich das größte Geschenk? Was wäre für mich das größte Geschenk, das ich mir vorstellen kann? Während des Gottesdienstes wollen wir mit den Kindern und den Erwachsenen über diese Fragen ins Gespräch kommen. Aber wir haben uns diese Frage auch selbst gestellt. Was ist für mich das größte Geschenk? Die Antwort kann leicht zu finden oder auch ganz schön kniffelig sein. Das hängt von der Lebenssituation ab, in der ich mich gerade befinde. In jedem Fall kann es schnell sehr persönlich werden, wenn ich diese Frage an mich heranlasse. 

  

Mag sein, dass einem dabei das eine oder andere materielle Geschenk in den Sinn kommt, das man in der eigenen Kindheit bekommen hat. Oder mit dem man jemand anderem eine große Freude bereitet hat. Vielleicht sind auch ein paar Herzenswünsche dabei, die man sich oder anderen nicht mit Geld erfüllen kann. Etwa der Wunsch, dass ein langer Streit endlich beendet wird. Dass Versöhnung möglich ist und damit ein neuer Anfang. Dass Einsamkeit überwunden wird. Dass eine Krankheit nicht weiter fortschreitet oder sogar Heilung möglich ist. Dass anders mit einem Verlust umgegangen werden kann. Dass ich Hoffnung für die Zukunft bekomme, auch wenn ich gerade das Gefühl habe, in einem tiefen Tal zu sein. 

   

Und im Blick auf das Weltgeschehen werden viele den Wunsch nach Frieden in sich spüren. Frieden für alle, die unter Ungerechtigkeit, Gewalt und Krieg in den vielen Krisengebieten dieser Welt leiden. Es kann einem schon eine ganze Menge durch den Kopf gehen, wenn man darüber nachdenkt, was denn wohl das „größte Geschenk“ ist. Manche dieser Gedanken und Wünsche passen weniger auf einen ausgefüllten Wunschzettel als vielmehr in ein Gebet. Sie passen in die Stille vor Gott. Gerade zu Weihnachten.

   

Jetzt muss ich natürlich noch verraten, was eigentlich in dem großen Geschenk ist, das wir vor den Altar legen. Es ist eine Krippe. „Das größte Geschenk ist Jesus selbst“, heißt es in einem Lied, das wir mit den Kindern singen. Stimmt das am Ende wirklich? Ist es das größte Geschenk, dass Gott Mensch wird? Das ist auch eine sehr persönliche Frage. Und eine Frage des Glaubens. Dieses große Geschenk des Glaubens wünscht Ihnen

  

Andreas Schulte

Superintendent des Ev. Kirchenkreises Schwelm