„Mein Interesse an der Seelsorge habe ich im Vikariat entdeckt“, erzählt Pfarrer Küsgen. „Und dieses Interesse hat sich dann während meines Entsendungsdienstes verfestigt.“
Dirk Küsgen wurde in Bottrop geboren und ist somit ein waschechtes Kind des Ruhrpotts. In Bottrop ging er zur Schule und hier besuchte er auch den Kindergottesdienst, er ihn sehr geprägt hat: „Die biblischen Geschichten haben mich fasziniert. Bis heute denke ich meinen Dienst von der Bibel her.“
Nach dem Abitur studierte er Evangelische Theologie in Bochum und Heidelberg und absolvierte sein Vikariat in Gelsenkirchen-Buer. Für den Entsendungsdienst wechselte der junge Theologe nach Gelsenkirchen-Schalke. „Hier habe ich drei Seniorenheime betreut“, erinnert er sich.
Seine erste Pfarrstelle trat er im Februar 1992 in Gevelsberg an. „Ich bin damals die Nachfolge von Pfarrer Heppener im Pfarrbezirk Haufe angetreten“, erzählt Küsgen. Im Jahr 2006 übernahm Pfarrer Küsgen, nachdem die Haufer Pauluskirche geschlossen worden war, eine halbe kreiskirchliche Pfarrstelle als Krankenhausseelsorger im Schwelmer Marienhospital.
Vier Jahre später wechselte er wieder ganz in die Kirchengemeinde Gevelsberg in den Seelsorgebezirk Heide. Diesen Dienst tat er sechs Jahre. Im Oktober 2016 trat er die Nachfolge von Anne Braun-Schmitt als Klinikseelsorger im Heliosklinikum Schwelm an, wo er bis zu seinem Ausscheiden aus dem Dienst weiter tätig ist.
Pfarrer Küsgen ist Seelsorger mit Leib und Seele. Darüber hinaus bescheinigen ihm viele Kolleginnen und Kollegen sowie Gemeindeglieder eine besondere Predigtgabe. Egal, ob Pfarrer Küsgen auf der Kanzel steht, oder seine „Sonntagsgedanken“ in der Tagespresse veröffentlicht, immer findet er einen Draht zu seinen ZuhörerInnen und LeserInnen.
Seine Predigten mit Tiefgang hat er schon in zwei Predigtbüchern veröffentlicht, die als „Print on Demand“ erhältlich sind. „Vielleicht bringe ich ja noch einen dritten Band heraus“, schmiedet Pfarrer Küsgen Pläne für den Ruhestand. Eigentlich wird es eher ein Unruhestand, denn die Seelsorge wird ihn auch in dem nächsten Lebensabschnitt begleiten. „Ich habe eine Ausbildung zum Hospizbegleiter absolviert“, erzählt Küsgen. „Ich arbeite jetzt schon ehrenamtlich im Ökumenischen Hospiz Emmaus in Gevelsberg und will diesen Dienst in Zukunft weiterführen.“
Dann ist da noch die große Leidenschaft für das Schachspiel. Nicht nur, dass Pfarrer Küsgen das Brettspiel als Mannschaftssport betreibt, er bietet auch eine Schach-AG in einer Schwelmer Grundschule an. „Dieses Engagement möchte ich auf jeden Fall weiter- und vielleicht auch noch ausbauen“, plant Pfarrer Küsgen.
Und wenn dann noch Zeit ist, geht er gerne auf Reisen. “Am Ende will ich wenigsten in jedem europäischen Land gewesen sein.“
Tja, und mehr Zeit für seine Frau Henrike, mit der er seit 1998 verheiratet ist, wünscht sich Dirk Küsgen auch.
Am Sonntag, den 8. Februar wird Pfarrer Küsgen um 15 Uhr in einem feierlichen Gottesdienst in der Gevelsberger Lukaskirche auf dem Börkey durch Superintendent Andreas Schulte von seinen Aufgaben entpflichtet und offiziell aus seinem Dienst verabschiedet.
