EvangelischeEv. Kirche in Ennepetal, Gevelsberg, Haßlinghausen, und Schwelm

Wann ist endlich Advent?

Liebe Leserin, lieber Leser,

es fängt immer früher an. Die Vorbereitungszeit für Weihnachten. Lichterketten und Weihnachtsdeko, Weihnachtsmärkte und Christbäume sehen und erleben wir oft schon ab Mitte November. Wir halten es einfach nicht aus.

Szilvia Klaus ist Pfarrerin in der Ev. Kirchengemeinde Milspe-Rüggeberg

Die Novembertristesse mit dem Nebel, Nieselregen und Dunkelheit. Das Erinnern an Vergänglichkeit, Tod und Sterben, Kriege und Zerstörung. Wir sehnen uns nach Lichter und Schönheit. Nach Wärme und Liebe. Nach Leichtigkeit und Heiterkeit. Nach Lebensfreude eben. Wir wünschen uns den Advent herbei aber es ist noch nicht soweit. Was tun? Vielleicht kann uns der Wochenspruch helfen, der uns ab dem morgigen Ewigkeitssonntag begleiten soll.

„Haltet euch bereit und sorgt dafür, dass eure Öllampen brennen!“ (Lukas 12,35 nach der Basis Bibel.) Heute würde es eher so heißen: Sorgt dafür, dass eure Handys aufgeladen sind und die Handy-Lampe an ist. Wir sind also doch beim Licht. Gemeint sind allerdings nicht die hübschen Lämpchen der Lichterketten, jedenfalls noch nicht. Und die Öllampe oder die Handy-Lampe steht bildhaft für etwas anderes. Es geht um die richtige Ausrüstung. Für den Lebensweg, der vor uns liegt. Für die Begegnungen, die wichtig und bedeutsam sind. Wir müssen gut ausgerüstet sein, damit wir uns in der Dunkelheit orientieren können und das Ziel nicht verfehlen. Wir brauchen die richtige Lichtquelle. Beim Autofahren, beim Spaziergang im dunklen Wald und besonders auf dem Weg in einer dunklen Welt voller Irrwege und Irrlichter. Welches Licht da wohl das Richtige ist? Am besten eins, das immer sicher und zuverlässig ist. Auch beim Stromausfall und Technikversagen. Bei einem leeren Akku genauso, wie bei einem Wasserschaden. Ein Licht, das nicht ausgelöscht werden kann. Wir warten auf den Advent. Der, der kommen soll, hat sich schon auf den Weg gemacht. Jesus Christus, das Licht der Welt. Wir können ihm entgegengehen. Wir dürfen uns freuen auf die Begegnung mit dem Herrn der Welt. Auch und gerade in der Novembertristesse. Im Nebel und Nieselregen. Am Grab unserer Verstorbenen oder auf dem mühsamen Weg in einem anstrengenden Alltag. Das Licht scheint in der Finsternis. Immer!

Einen gesegneten Sonntag wünscht Ihnen

Ihre Pfarrerin Szilvia Klaus