Die Friedensgebete werden vom Arbeitskreis Christlicher Kirchen in Ennepetal verantwortet und vorbereitet.
Für eine halbe Stunde sitzen wir im Chorraum dieser schönen Kirche zusammen. Wir singen. Wir lesen in der Bibel. Wir beten laut und leise. Wir zünden Kerzen an. Wir schweigen. Gerade das gemeinsame Schweigen kann besonders intensiv sein. Manchmal fehlen einem einfach die Worte für all das, was über die Gewalt, über die Unversöhnlichkeit, über Leid und Tod aus den vielen Krisengebieten dieser Welt an jeden Tag berichtet wird. Es schreit zum Himmel. Und dort wird es gehört. Denn Gott erhört zwar nicht jedes Gebet, aber er hört jedes Gebet.
Dennoch ist auch uns die Frage nicht fremd, ob Beten überhaupt etwas bringt. Diese Frage begleitet jeden Beter und jede Beterin. Doch sie kann uns nicht davon abhalten, all das vor Gott zu bringen, was uns bewegt: den Dank, die Bitte, die Klage. Und es stärkt den Glauben, wenn man mit anderen zusammen beten darf. Ja, wir dürfen beten. Und wir wollen weiter beten für den Frieden in der Welt, für die Gemeinschaft Stadt und Land, für die Menschen, die uns anvertraut sind, für uns selbst.
Der Apostel Paulus hat einmal geschrieben: Betet ohne Unterlass! Er kannte wohl diese tiefe Sehnsucht nach dem Gebet. Er kannte die Sehnsucht nach Gottes Nähe nicht nur in unsicheren Zeiten. Ich kenne sie auch. Darum bete ich.
Pfarrer Andreas Schulte
Superintendent des Ev. Kirchenkreises Schwelm
