EvangelischeEv. Kirche in Ennepetal, Gevelsberg, Haßlinghausen, und Schwelm

Drei Minuten mit Gott

"Hast du drei Minuten Zeit?" fragt mich die kleine grüne Eule meiner Sprachlern App hartnäckig jeden Abend.

Elena Giannis ist Pastoralassistentin in St. Marien Schwelm

Und auch wenn ich eigentlich keine Lust habe, raffe ich mich fast immer auf und mache schnell eine kurze Übung. Das gehört für mich mittlerweile dazu, es ist Routine geworden.

Sind ja auch nur drei Minuten am Tag, das wird man ja wohl schaffen.

Aber häufig wird das bei mir schon knapp. Und ich wollte mir auch mehr Zeit nehmen, um die Sprache zu lernen. Denn eigentlich ist mir das wichtig und soll nicht im Eiltempo zwischen Tür und Angel abgefrühstückt werden.

Ähnlich geht's mir tatsächlich oft auch mit Gott. 

Für Gott möchte ich mir eigentlich auch gerne mehr Zeit nehmen, aber es geht unter, denn für meine Gottesbeziehung habe ich keine App. Mein Glaube begleitet mich oftmals unbewusst.

Vielleicht würde mir das helfen, eine Routine zu haben. Ein Ritual, jeden Tag feste Zeit für Gott, nur drei Minuten, ganz bewusst?

Aber ohne den Druck, ohne die Erwartung, dass meine Gottesbeziehung dadurch "besser" werden oder dass Gott das von mir verlangen würde. Im Gegensatz zur Fremdsprache ist mein Glaube schon völlig in meinem Verstand und in meinem Herzen angekommen. Bei den drei Minuten mit Gott geht’s eher darum, mir mal ganz bewusst Zeit zu nehmen. Und das zu genießen. Gott wäre da auch nicht so nervig wie die Eule mit den Erinnerungen. Von Gott käme eher ein „Wir haben jetzt drei Minuten Zeit für uns. Wie schön!“ Mal gucken, was wir in den drei Minuten miteinander erleben können- probieren wir‘s mal aus!