Doch ich staune. Das genannte Zitat stammt von Benedikt von Nursia. Er ist der Begründer des westlichen Mönchtums. Vor 1.500 Jahren hat er gelebt (480-547). Da kann ich mir nur die Augen reiben und mich fragen: Was würde Benedikt heute sagen?
Schon damals, im frühen Mittelalter, war er der Meinung, dass viel zu viele Eindrücke auf uns einprasseln und unsere Psyche vergiften. Das gilt dann wohl erst recht in unserer heutigen Zeit. Viele Menschen sind unruhig. Gestresst. Gehetzt. Das tut der Seele auf Dauer nicht gut.
Aber es gibt eine gute Nachricht. Mit dem morgigen Palmsonntag beginnt nämlich die „stille Woche“, die Karwoche. Sie dient dazu, sich auf Wesentliches zu besinnen. In diesem Fall: Sich auf Jesus Christus auszurichten. Die Stille vor ihm zu suchen. Denn in den kommenden Tagen geht es auf Karfreitag und Ostern zu. Auf die Tage, an denen der Sohn Gottes vor 2000 Jahren gestorben und wahrhaftig wieder auferstanden ist. Jesus, der uns Frieden mit Gott schenken möchte.
„Meine Seele ist stille zu Gott, der mir hilft“ (Die Bibel: Psalm 62, 2). Vor 3000 Jahren hat der große König David diese Worte gesprochen. Auch er stand mitten in riesigen Herausforderungen. Dann aber hält er inne. Besinnt sich auf Gott. Und findet vor ihm zur Stille. So beginnt die „Entgiftung“ seiner Psyche. So kommt seine aufgescheuchte Seele zur Ruhe. So findet er Frieden in Gott.
Warum sollte Ihnen und mir das heute im 21. Jahrhundert nicht auch gelingen? Wie gut, dass jetzt die „stille Woche“ beginnt.
Herzlich grüßt Sie Michael Klaus,
Pfarrer der evang. Kirchengemeinde Gevelsberg
