Anke Lublewski-Zienau ist in Bochum geboren und aufgewachsen. Auch ihr Studium der Evangelischen Theologie absolvierte sie in Bochum. Nur die letzten Semester hat sie in Tübingen studiert, wo sie auch ihren Ehemann kennenlernte.
Nach dem Studium leistete sie ihr Vikariat in der Ev. Kirchengemeinde Hagen-Haspe ab. „Damals habe ich schon als Klinikseelsorgerin im „Mops“ und im Heilig-Geist-Krankenhaus in Hagen gearbeitet. Als ich meine Anstellungsfähigkeit bekommen hatte, bin ich auf Stellsuche gegangen. Damals gab es viel mehr Pfarrerinnen und Pfarrer als Pfarrstellen. Und ich wollte gerne weiter in der Klinikseelsorge arbeiten“, erzählt Anke Lublewski-Zienau. „Hans Schmitt, mit dem ich im Vikariats Kurs war, gab mir den Tipp, dass die Klinik Königsfeld eine Nachfolge für ihn sucht. Er hatte ein Jahr lang als Pfarrer im Hilfsdienst in Königsfeld gearbeitet.“ Also stellte sich Pfarrerin Lublewski-Zienau beim damaligen Superintendenten des Kirchenkreises Schwelm, Friedhelm Brünger, vor und bekam die Stelle.“ Ich habe dann mit einer halben Stelle in Königsfeld und mit einer anderen halben Stelle im Gevelsberger Krankenhaus gearbeitet.“
Nach einer zweijährigen Baby-Pause stieg Pfarrerin Lublewski-Zienau 1994 mit einer halben Stelle in der Klinik Königsfeld wieder in den Beruf ein. „Eigentlich hätte ich lieber in einer Akut-Klinik gearbeitet, aber in Königsfeld war ich sehr willkommen. Und die Tatsache, dass die Patientinnen und Patienten sich länger in der Rehabilitation aufhalten und von daher die Möglichkeit von intensiveren Kontakten gegeben war, hat mich ebenfalls motiviert.“ Und so blieb sie bis heute in der Klinik, die sich von der Kur- zur Reha-Klinik weiterentwickelte. „Ich habe dann Fort- und Ausbildungen in der Psychotraumatologieberatung sowie in der Hypnosetherapie und Kurzzeittherapie gemacht. Ich wollte verstehen, wie es den Menschen, die zu uns in die Klinik gekommen sind, geht. Und ich habe mich gefragt, wie ich den Menschen helfen kann, sich (in ihrer Krankheit) zu verstehen.“
Ihre Arbeit als Klinikseelsorgerin beschreibt Pfarrerin Lublewski-Zienau als zweiseitig: „Die vielen Gespräche, die ich geführt habe, waren sehr oft psychologisch geprägt und motiviert. Und dann waren da die theologischen Momente, wie die Gottesdienste, die ich regelmäßig in der Klinik gehalten habe. Hier ging es mir hauptsächlich darum, dass die Patientinnen und Patienten, aber auch das Personal die Nähe Gottes spüren.“
1995 ließ sich Pfarrerin Lublewski-Zienau in den Vorstand der Krankenhausseelsorgerinnen und -Seelsorger von Westfalen wählen und engagierte sich dort in der Öffentlichkeitsarbeit. 1999 stockte sie ihren Dienst auf eine 3/4 -Stelle auf. 2001 führte sie dann ausgestattet mit einer vollen Stelle eine Studie zu den Erwartungen von Patientinnen und Patienten an die Klinikseelsorge durch. In einer zweiten Studie untersuchte sie später, was die Seelsorge den Patientinnen und Patienten gebracht hat. „Trost und Akzeptanz der eigenen Krankheit nannten die Befragten in erster Linie. Das hat mich in meiner Arbeit gestärkt und bestätigt.“
Jetzt freut sich die Seelsorgerin auf den neuen Lebensabschnitt, der vor ihr liegt. Auf Gartenarbeit, Wandern, Hörbücher hören und lesen freut sie sich und vor allem darauf, keine Verbindlichkeiten zu haben. „Jetzt ist es einfach gut, mal für mich da zu sein.“
