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Wahrzeichen gesichert: Abschluss der Sanierung an der Christus-kirche Schwelm

Rund 500 Gäste feierten – getragen vom Sound der frisch sanierten Orgel, des Posaunenchors und der Kantorei.

Schwelm. Als die Orgel nach der Sanierung wieder ansetzt, ist für viele spürbar: Jetzt ist sie wirklich zurück. Rund 500 Besucherinnen und Besucher (zzgl. Kantorei und Posaunenchor) haben am Sonntag, 8. März 2026, in der Christuskirche Schwelm den Abschluss der umfangreichen Bauarbeiten gefeiert – mit Festgottesdienst, Grußworten und einem langen, lebendigen Miteinander auf dem Kirchplatz bis etwa 13.30 Uhr.

Schon im Gottesdienst wurde deutlich, dass dieser Vormittag mehr war als ein offizieller „Schlusspunkt“. Über dem Tag standen Worte aus Psalm 118 (22–24): „Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden… Dies ist der Tag, den der Herr macht; lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein.“ Ein Leitwort, das zu einem Bauprojekt passt – und zugleich darüber hinausweist.

Pfarrer Uwe Rahn hielt die Predigt. Er griff die Frage auf, die sich viele Menschen heute ehrlich stellen: Braucht es eine Kirche überhaupt noch? Rahn machte deutlich: Nicht nur als Gebäude, sondern als Ort, an dem sich Glaube, Lebensgeschichten und Gemeinschaft sammeln, könne Kirche eine Bedeutung haben, die im Alltag sonst selten Platz findet. Gerade weil sich so vieles verändert, brauche es Orte, die Orientierung geben – und Räume, in denen Menschen sich begegnen, ohne etwas leisten zu müssen.

Grußworte und Dank: „Wir sind stolz, dass wir es geschafft haben“

Nach dem Gottesdienst sprach Schwelms Bürgermeister Stephan Langhard ein Grußwort. Er würdigte die Zusammenarbeit zwischen Stadt, Beteiligten und Kirchengemeinde – und räumte zugleich ein, dass es im Prozess auch Diskussionen gegeben habe, etwa mit Blick auf Anforderungen des Denkmalschutzes. In der Summe sei die Christuskirche als Wahrzeichen Schwelms ein gemeinsames Anliegen.

Pfarrer Frank Bracklo dankte den vielen Beteiligten und brachte die Erleichterung über den Abschluss auf den Punkt: „Dass wir es geschafft haben, diese gewaltige Baumaßnahme überhaupt zu Ende zu bringen, macht uns sehr stolz.“ Sein Dank richtete sich ausdrücklich auch an die Menschen hinter den Kulissen: an Fachleute und Ehrenamtliche aus der Gemeinde, die Zahlen prüften, Genehmigungen begleiteten und über lange Strecken „drangeblieben“ seien – und an die Gesprächspartner bei Stadt und Behörden.

Ein Wahrzeichen – weit über Schwelm hinaus

Die Christuskirche gilt als eine der größten evangelischen Hallenkirchen der Region. Zusammen mit ihrer bedeutenden Orgel – über 4.500 Pfeifen – ist sie auch über die Stadtgrenzen hinaus ein Anziehungspunkt: als Gottesdienstort, als Raum für Musik und als offener Ort mitten in Schwelm.

Hinter dem Festtag steht eine Sanierung, die tief in die Substanz ging: Die über 50 Meter hohen Türme hatten sich in der Statik auffällig verändert, Risse machten Handlungsbedarf sichtbar. Der Untergrund wurde stabilisiert, die Konstruktion durch ein System aus Ankern und Ringankern dauerhaft gesichert. Dazu kamen aufwendige Arbeiten am Ruhrsandstein sowie Erneuerungen bei Technik und Elektrik. Wer genau hinsieht, erkennt: Hier wurde nicht „schöner gemacht“, sondern erhalten – mit hohem Aufwand, viel Abstimmung und langer Geduld.

Kirchplatz voll: Gespräche zwischen Gewerken und Gemeinde

Der vielleicht deutlichste Ausdruck dafür, dass dieses Projekt nicht nur „Sache der Gemeinde“ war, zeigte sich nach dem Gottesdienst draußen: Der Kirchplatz war voll, es wurde gegessen, gelacht, Hände geschüttelt – und es gab viele Gespräche zwischen Gewerken und Gemeinde. Menschen, die über Monate an der Kirche gearbeitet hatten, standen neben denen, die in dieser Zeit Einschränkungen mitgetragen und mitgebetet hatten. Genau dieses Bild machte den Festtag für viele so stark: Kirche als Bauwerk – und Kirche als Beziehung.

Für das leibliche Wohl sorgten Schwelmer Nachbarschaften, bekannt vom Heimatfest. Sie unterstützten tatkräftig mit Catering, Tischen und Bänken und machten den Abschluss zu einem Fest, das spürbar von der Stadt mitgetragen wurde. Bracklo nannte es einen „Schnittpunkt zwischen Kirchengemeinde und Bürgergemeinde“.

Am Ende bleibt ein Eindruck, der sich nicht in Zahlen ausdrücken lässt: Die Christuskirche ist wieder sicht- und hörbar und sie wird neu bewohnt. Nicht nur durch Gottesdienste, sondern durch Begegnung.